Was bedeuten die Spalten in den Tabellen der physischen Ephemeriden?
mv visuelle Helligkeit; φ Phasenwinkel; De und Ds Deklination von Erde und Sonne auf Jupiter;
ØÄ und ØP scheinbarer Äquator- und Poldurchmesser; q Phasendefekt (die Breite des unbeleuchteten Teils der Planetenscheibe);
r Abstand von der Sonne, Δ Abstand von der Erde, α und δ scheinbare Rektaszension und Deklination zum Äquinoktium des Datums,
also nicht auf eine bestimmte Epoche bezogen, z.B. 2000.0.
Wie kann man die Tabellen der Zentralmeridane nutzen?
Günstige Beobachtungszeiten ermitteln, zum Beispiel:
Gesucht ist eine günstige Zeit zum Beobachten des Goßen Roten Flecks, dazu muss die aktuelle jovigrafische Länge bekannt sein. Zum Beispiel befindet er sich angenommen auf 330° Länge. Günstige Beobachtungszeiten wären demnach: am 02.: 02 bis 03 UT, noch am 02.: 22 bis 23 UT, am 03.: 18 bis 19 UT.
Einige Erläuterungen zu den Tabellen der Zentralmeridiane System 1, System 2 und System 3:
Es sind drei unterschiedliche Rotationen definiert: - System 1 im Bereich des Äquators (10° nördl. und südl. des Äquators), - System 2 für nördliche und südliche dunkle Bänder (einschließlich Großer Roter Fleck), - System 3 angepasst an Radioemissionen tief im Inneren des Planeten (wird bei Planetenbeobachtungen auch zusätzlich bzw. anstelle von System 1 und 2 verwendet, da unanbhängig von unterschidlichen Strömungen in der Atmoshäre.
Eine Beschreibung mittels Auszug einer Tabelle (Beispiel) zur Berechnung des Zentralmerdians im System 2:
Die Tabelle stellt jeweils eine Nacht mit Datumswechsel um Mitternachtdar . Auf der linken Spalte ist das Datum vor Mitternacht und mit blauen Zahlen das Datum ab Mitternacht angegeben. Weiter rechts folgen die Spalten jeweil zur vollen Stunde (UT), ab 0 Uhr mit blauen Zahlen entsprechend des links angegebenen Datums.
Unter der Tabelle (hier nicht abgebildet) ist die Änderung des Zentralmeridians pro Minute angegeben. Bei dieser Zahl wird eine gleichförmige Bewegung von Jupiter und Erde angenommen, die Genauigkeit ist praktisch ausreichend. Exakt müsste man erstens die jeweilige Richtungsänderung der Erde vom Jupiter aus gesehen berücksichtigen, die sich aus dem veränderlichen Phasenwinkel ergibt und zweitens die Veränderung des Abstandes des Jupiter - Erde, die die Lichtlaufzeit verändert.
Nun folgen Beispiele für die Berechnung der Zentralmeridians (durch die Änderung pro Minute ist keine Interpolation erforderlich):
Gesucht ist der Zentralmeridian am Tag 2 um 19:13 Uhr: Um 19 Uhr beträgt er 208.5°. 208.5° + 0.6043°/Minute multipliziert mit 13 Minuten = 216.4°, gerundet 216°.
Gesucht ist der Zentralmeridan am Tag 5 um 0:51 Uhr: Um 0 Uhr beträgt er 330.6°. 330.6° + 0.6043°/Minute multipliziert mit 51 Minuten = 361.4°;
nsch Reduzierung auf den Winkelbereich 0° bis 360° erhält man 1.4°, gerundet 1°
Karl-Heinz Bücke 22.01.2003,
10.08.2011: Phasendefekt hinzu und die Zentralmeridiane beziehen sich auf die Mitte des Planeten und nicht mehr auf die Mitte der sichtbaren Scheibe.
30.11.2021: Zentralmeridian III hinzu.
09.01.2026: Beschreibung und Berechnungsbeispiele hinzu.
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