Mondatlas

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Beschreibung einiger Formationen

Diese Beschreibungen werden durch Abbildungen ergänzt. Es sind ausgewählte Bildausschnitte von Fotos aus meinem Mondatlas. Zu dem verlinkten Originalfoto aus dem Mondatlas gelangt man durch Anklicken der jeweiligen Abbildung.




Krater mit polygonalem Rand

Krater auf dem Mond sind runde Gebirge, die nicht nur nebeneinander vorkommen, sondern sich gegenseitig überlagern. Einige Krater, Geisterkrater genannt, wurden früher durch Magma überflutet und der Kraterrand ist oft nur teilweise erkennbar.
Aber erst durch genaueres Betrachten fällt auf, dass die Kraterränder nicht immer nur einfach rund sind, sondern auch Vielecke (Polygone) darstellen. Um diese Besonderheit geht es im folgenden.

Einleitung:

Fast alle Krater auf dem Mond sind Einschlagkrater (Impaktkrater), verursacht durch Meteore oder Kometenkerne. Es gibt aber auch Krater vulkanischer Herkunft. Hierbei handelt es sich allerdings nur um kleine Krater.
Nachfolgend werden hier Einschlagkrater behandelt, und zwar wie aus der Überschrift hervorgeht, mit polygonalem Rand, der merklich von der zu erwartenden kreisförmigen Gestalt abweicht.

Seit den teleskopischen Beobachtungen ab 1610 sind Krater auf dem Mond bekannt. Aber nicht nur auf dem Mond kommen Krater vor. Deshalb ein interessanter Blick auf andere Himmelskörper.

Beginnen wir mit unserer Erde. Ganz charakteristisch ist der bekannte Barringer-Krater im Bundesstaat Arizona. Er ist 1,2 km groß, 180 m tief und durch den Einschlag eines vermutlich 45 m großen Eisenmeteoriten vor 50 000 Jahren entstanden. Entdeckt wurde er erst 1871 (seit 260 Jahren waren bereits Krater auf dem Mond bekannt) und 1903 vom Mineningenieur Daniel Barringer als Einschlagkrater erkannt. Ursprünglich war der Rand kreisrund, zeigt aber durch Verwitterung und Einfluss der darunter befindlichen Gesteinsstrukturen eine polygonale Form.

In Deutschland gibt es zwei Einschlagkrater. Das Nördlinger Ries wurde zunächst als vulkanische Struktur betrachtet, ab 1904 als wahrscheinlichen Meteoriteneinschlag angesehen und seit 1960 als Meteoriteneinschlag nachgewiesen, der sich vor ca. 14 bis 15 Millionen Jahren ereignete. Dieser Krater ist ca. 20 bis 24 km groß.
Etwa 500 000 Jahre danach erfolgte ein weiterer Meteoriteneinschlag, nur 40 km vom Nördlinger Ries entfernt als Steinheimer Becken bekannt. Er ist 1,2 km groß, 180 m tief, aber infolge von Verwitterung und pflanzlichem Bewuchs nicht sofort als Krater zu erkennen.

Einschlagkrater auf der Erde unterscheiden sich von denen auf dem Mond. Die wesentlichsten Unterschiede sind:
- Auf der Erde sind durch Erosion und Tektonik die Krater permanent im Wandel. Auf dem Mond verändern sich Krater kaum, da es keinen Wind,Regen, Vegetation und Plattentektonik gibt.
- Auf der Erde sind die Krater kaum zu erkennen, auffälliger dagegen sind Vulkankegel. Die Krater auf dem Mond sind scharfkantige ringförmige Strukturen.
- Die Erdoberfläche erreichen nur größere Brocken, die nicht in der Atmosphäre verglühen, dagegen schlagen alle Körper ungebremst auf die Mondoberfläche ein.

Durch die Raumfahrt wurden sehr viele Krater auf Venus, Merkur und Mars, aber auch auf weiteren Planeten, Kleinplaneten und auf verschiedenen Monden der großen Planeten entdeckt. Bei diesen Kratern wurden ebenfalls polygonale Formen nachgewiesen.

Krater mit polygonalem Rand auf dem Mond


ausgewählte Krater aus den Bildern des Mondatlasses

[ 1] Copernikus
[ 2] Janssen
[ 3] Aristarchus
[ 4] Encke

Welche Krater sind polygonal? Es ist nicht einfach, darauf eine klare Antwort zu geben. Zunächst ist es verständlich, dass erst ab einer merklichen Größe festgestellt werden kann, ob eine polygonale Form vorliegen kann. Auch bei großen Kratern sind polygonale Formen nicht immer eindeutig zu erkennen. Die Wälle sind möglicherweise durch andere Krater unterbrochen oder der Wall ist nur noch teilweise erhalten.

Wenn man bekannte Krater mit polygonalem Rand beobachtet, wird der Beobachtungsblick auf das Erkennen polygonaler Formen trainiert. Man gelangt zur Erkenntnis, dass es zahlreiche Krater mit einem polygonalen Rand gibt. Eine genaue Zuordnung der Krater wird es dabei nicht geben. Mit statistischen Methoden kann man aber versuchen, den Rand in einzelne gerade Linien einzuteilen.

Es geht im folgenden nur um Krater, bei denen ein polygonaler Rand einfach zu erkennen ist.

Einschlagkrater sind bei steilem Einschlagwinkel grundsätzlich rund und durch spätere Einwirkungen können gerade Kanten bis zu polygonalen Formen entstehen. Bei Einschlägen unter einem flachen Winkel entsteht ein ovaler Kraterrand, der später polygonal werden kann.

Eine Verformung kann nach dem Einschlag auch viel später eintreten, wenn Material an den Wällen nach Innen rutscht, es bilden sich Terrassen, Steilwände oder auch Bruchflächen, die durch Materialschwächezonen verursacht werden. So entstehen gerade Kanten oder oft Sechskantformen mit Winkeln nahe 120°.

Einige Krater mit polygonalem Rand sind in den Fotos meines Mondatlasses enthalten. Diese kann man gezielt suchen, wenn man in den Tabellen nach Kratern sucht. In diesen Menüs sind oben die Krater nach Buchstabengruppen bzw. nach verschiedenen Merkmalen sortiert, so auch nach Kratern mit polygonalen Rändern.

Zu erwähnen bleibt noch ein typischer Mondkrater ohne polygonale Effekte - Tycho. Er ist 85 km groß und 4850 m tief. Der Zentralberg erhebt sich 2000 m über den Kraterboden. Verursacht hat ein etwa 10 km großer Meteorit diesen Krater vor 100 Millionen Jahren. Die Kraterwände weisen innen Terrassen auf. Tycho hat ein helles gleichtförmiges Strahlensystem, das schon mit einem Fernglas erkennbar ist.

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[1] Copernicus

Foto 2016-01-19 18:10 UT: Colongitude 32.76°,
Sonnenhöhe: 32,76°.
Copernicus ist im Vergleich zum Bestehen des Mondes nicht sehr alt. Deshalb erscheint er sehr hell. Bemerkenswert ist das Strahlensystem.
Während des Impaktes breiteten sich Schockwellen im Untergrund aus, tektonische Brüche, Verwerfungen und Risse veränderten die ursprünglich nahezu runde Form zu einem Vieleck. Bei diesen Veränderungen bildeten sich auch die Terrassen an der Innenseite des Kraterwalls.
Copernicus ist ca. 95 km groß und 3.8 km tief mit einem Zentralberg, besehend aus mehreren Gipfeln.

Copernicus

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[2] Janssen
Foto 2019-03-18 18:27 UT: Colongitude 335,24°,
Sonnenhöhe: 12,80°.
Janssen ist sehr alt und deshalb stark erodiert und von dem kleineren Krater Fabricius und einigen anderen überlagert. Es ist ein fast pefektes Sechseck zu erkennen.
Janssen hart einen Durchmesser von über 200 km und ist 2,7 km tief. Im Inneren befindet sich ein Rillensystem.

Janssen

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[3] Aristarchus;
Foto 2019-03-18 18:26 UT: Colongitude 59,70°, Höhe der Sonne 10,69°
Aristarchus ist 40 km gross und bis zu 3 km tief, Zentralberg ist 300 bis 500 m hoch. Der Wall ist annähernd kreisförmig, die vieleckige Gestalt ist gut erkennbar.

Aristarchus

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[4] Encke;
Foto: 2016-01-19 18:10 UT: Colongitude 44,12°; Sonnenhöhe 7,38°
Encke ist 28 km gross, wenig erodiert. Der Kratergrund ist flach und zeigt viele Bruchrillen. Der Kraterrand von Encke ist genähernd rund, unregelmäßig und die polygonale Form ist erkennbar.

Encke




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Karl-Heinz Bücke
2026-07-26